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Mirage IIIDS und F/A-18 Mai 2023

Am 25. Mai 2023 absolvierte die Dassault Mirage IIIDS HB-RDF (militärische Kennung J-2012) des Musée de l'Aviation militaire de Payerne Clin d'Ailes ihre letzten beiden Flüge. Auf dem am Vormittag stattfindenden zweitletzten Flug durften wir die Mirage für eine Fotomission begleiten. Eine F/A-18 der Schweizer Luftwaffe schloss sich der Formation an und sorgte somit für unvergessliche Momente.

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​Die Geschichte der Mirage in der Schweiz geht bis in die 1960er Jahre zurück. Das Parlament bewilligte 1961 einen Kredit von 871 Mio CHF für die Beschaffung von 100 Mirage III. Als erstes wurde eine Mirage IIIC für Testzwecke gekauft, 1964 folgten 2 Mirage IIIBS für die Ausbildung. 1964 beantragte der Bundesrat einen Zusatzkredit von 576 Mio CHF, welcher aber vom Parlament abgelehnt wurde. Die Mehrkosten entstanden in erster Linie durch den Einbau des amerikanischen Feuerleit- und Navigationsradars Hughes Taran-18, anstatt des standardmässig eingebauten französischen Radars. Damit musste die Anzahl beschaffter Flugzeuge von ursprünglich 100 auf 57 reduziert werden. Der Mirage Skandal sorgte zu diversen Entlassungen und Rücktritten. Schlussendlich flogen in der Schweizer Luftwaffe 36 Mirage IIIIS, 18 Mirage IIIRS, 4 Mirage IIIBS und 2 Mirage IIIDS. Während ihrer Einsatzzeit wurden an den Maschinen diverse Modifikationen ausgeführt, wobei die Installation der Canards optisch die grösste Änderung bedeutete. Mit der Einführung der moderneren F/A-18 Hornets 1997 neigte sich die Ära der Mirage in der Schweizer Luftwaffe jedoch langsam dem Ende zu. Die Mirage IIIS wurde per Ende 1999 ausser Dienst gestellt, während die Aufklärer-Version noch bis Ende 2003 weiterflog.

Nach Abstürzen zweier Doppelsitzer Mirage IIIBS, konnten diese beiden Flugzeuge mit Maschinen aus dem Bestand der französischen Luftwaffe ersetzt werden. Die Mirage IIIDS mit der militärischen Kennung J-2012 wurde 1983 als letzte Mirage an die Schweizer Luftwaffe ausgeliefert, wo sie bis Ende 2003 im Einsatz stand. Am 30. Juni 2006 übergab der damalige Kommandant der Schweizer Luftwaffe, KKdt Walter Knutti, die J-2012 dem Militärflugzeugmuseum Clin d’Ailes in Payerne. Der Erstflug als zivil registriertes Flugzeug HB-RDF fand am 16. September 2008 in Payerne statt. Seitdem organisierte Clin d’Ailes jährlich mehrere Passagierflüge und nahm mit der Mirage auch an vereinzelten Airshows teil. Die HB-RDF war die weltweit einzige privat fliegende Mirage III.

Die Idee für den Fotoflug mit der Mirage war etwa zwei Jahre früher entstanden. Vor der Flugsaison 2022 fanden erste positive Gespräche mit dem Musée Clin d'Ailes in Payerne statt. Leider hatte jedoch ein anderer Fotograf eine ähnliche Idee, wählte im Gegensatz zu uns einen weniger offiziellen Weg, indem er mit einem zukünftigen Passagier eines Mirage-Fluges vereinbarte, dass während dessen Flug eine Fotosession stattfinden sollte. Die Verantwortlichen in Payerne bekamen Wind davon, zogen die Notbremse und schoben auch unserem Vorhaben einen Riegel. Nach weiteren Gesprächen vor der Saison 2023 war eigentlich alles angerichtet. Es fehlte nur noch ein Termin.
Doch das BAZL hatte andere Pläne. Per Ende März 2023 entzog die Behörde der Mirage die Flugerlaubnis. Hauptgrund dafür war das Alter verschiedener Teile im Triebwerk vom Typ Snecma ATAR 9C. Es wurde jedoch für den 25. Mai 2023 eine Sonderbewilligung erteilt, damit die beiden letzten Flüge durchgeführt werden konnten.

Wir starteten aus purer Verzweiflung einen letzten Versuch für eine Air to Air Session. Um unserem Vorschlag für die Fotosession etwas mehr Nachdruck zu verleihen, wollten wir die Verantwortlichen mit einer einmaligen Formation zusammen mit der Schweizer Luftwaffe locken. Wir wussten nur, dass am 25. Mai 2023 zwei Flüge stattfinden sollten, einer am Vormittag sowie einer am Nachmittag, und dass wir für den letzten Flug am Nachmittag vorgesehen wären. Ausserdem war bekannt, dass es am Nachmittag in Emmen einige Überflüge geben solle, wo die Brevetierung der Militärpiloten sowie eine Luftaufklärungsveranstaltung geplant waren. Wir traten deshalb in Kontakt mit der Patrouille Suisse, welche ebenfalls in Emmen fliegen sollte. Das Interesse seitens der Kunstflugstaffel war vorhanden, das Zeitfenster ihrer Vorführung lag jedoch zu weit weg von der Mirage. Auch eine Formation mit dem Swiss Hornet Display Team war nicht realistisch. Wir bekamen schliesslich vom Clin d'Ailes in Payerne den zweitletzten Flug am Vormittag zugeteilt. Zugleich erreichte uns die Bestätigung, dass die Alarmrotte aus Payerne für eine gemeinsame Formation mit der Mirage zur Verfügung stand.

Wir hatten mit dem PC-24 OE-GLB der Alpine Sky Jets in Bern Belp unsere Fotoplattform gefunden und das Briefing mit allen Beteiligten wurde im Vorfeld erfolgreich abgehalten. Die Wettervorhersagen waren allerdings nicht vielversprechend. Es regnete die Tage zuvor ordentlich und auch für den Zeitraum unseres Fluges war noch mit Niederschlägen zu rechnen. Erschwerend kam dazu, dass die Mirage nur eine Bewilligung für Sichtflug erhalten hatte. Hätte sie also keine Lücke zum Durchstechen in den Wolken gefunden, wäre der Flug abgesagt worden. Wir hatten jedoch riesiges Glück, dass sowohl der PC-24 wie auch die Mirage starten konnten. In der Region Niesen schloss der Deltaflügler zu uns auf und begleitete uns für einige unvergessliche Minuten. Nachdem eine F/A-18 an der Seite der Mirage erschienen war und sich das ehemalige Flugzeug der Schweizer Luftwaffe in Richtung Sion verabschiedet hatte, schloss eine zweite Hornet nach technischen Problemen auf und erlaubte uns einige Bilder der Patrouille.

Für den letzten Flug am Nachmittag waren Überflüge sowohl in Buochs, einem ehemaligen Mirage Stützpunkt, als auch in Emmen anlässlich einer Luftaufklärungsveranstaltung geplant. Bei der Rückkehr nach Payerne wurde die Mirage von 4 F/A-18 Hornets der Schweizer Luftwaffe, wie auch einer Mirage 2000 der Französischen Luftwaffe begleitet. Darauf setzte die HB-RDF ein letztes Mal auf der Piste in Payerne auf und wurde von der Flugplatzfeuerwehr mit einem Wassertunnel in Empfang genommen. Das Flugzeug hat mittlerweile einen permanenten Platz in der Ausstellung des Museums Clin d’Ailes erhalten.

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